Anderes Kaliber

Posted on 26. September 2012 von

0


Bei allem Respekt vor Aue und Sandhausen, mit solchen, gegen uns dargebotenen Leistungen werden die sich im unteren Tabellendrittel wiederfinden und nicht mehr. Ich betone, dass diese Prognose nur auf die Partien gegen den SCP ausgelegt ist – wie sie sonst spielten, mag ich nicht beurteilen. Energie Cottbus dagegen ist momentan auf einem anderen Level. Hat eine Serie. Die vollste Unterstützung der Fans. Ist auf dem Papier mit Boubacar Sanogo, Daniel Adlung oder Uwe Hünemeier richtig gut bestückt. Unser Anspruch ist es, sich längerfristig in der Liga zu etablieren. Interpretationen, die Spielraum lassen, im Umkehrschluss jedoch heißen: weder mit dem Aufstieg (er käme noch zu früh) noch mit dem Abstieg (ein Desaster) ernsthaft zu tun zu haben. Will sagen, man peilt das Mittelfeld, die ersten Zehn an.

Folglich machen wir keinen unrealistischen Durchmarsch, sondern müssen mit Niederlagen rechnen – wie gegen Cottbus, die eine größere individuelle Klasse besitzen und dadurch die Partie entschieden. Sicher freut man sich bei Überraschungen, wenn die Favoriten zum Straucheln gebracht werden, doch es klappt nicht immer. Woran es diesmal lag? Bei Niederlagen schaut man als Fan (und nicht als Trainer) genauer auf die Contras als bei Siegen. In den ersten 45. Minuten machten wir noch alles richtig. Hatten mehr Ballbesitz, Sanogo im Griff, ließen kaum was zu und setzten vorne kleine Nadelstiche. Doch nach dem Pausenpfiff nahm uns Cottbus in die Mangel. Befreiungen fanden kaum statt. Mittel, dagegen anzukämpfen, gab es keine. Warum? Dazu parat einige Gedanken:

  • Die Fehlpassquote. Einige Male schoss Bertels den Vogel ab. Zu unkonzentriert im Aufbau, zu ungenau im Angriff. Das Leben machten wir uns selbst schwer.
  • Vorne wurden kaum Bälle gehalten. Yilmaz gefiel zwar als Kampfschwein Rudi Deniz, hatte aber wie schon gegen Sandhausen wenig Durchschlagskraft und verzettelte sich ständig in Dribblings.
  • Unser Doktor „Juninho“ Alban scheint nach seinem Länderspieldebüt für Albanien ausgelaugt. Vor kurzem hatte er ja diese Grippe oder so und die vielen Partien inklusive Nationalmannschaft laugen irgendwie an ihm. Bis auf die gefährlichen Standards scheint er kaum auf der Höhe zu sein.
  • Gulde muss sich am Aufbauspiel beteiligen, aktiver sein und sich trauen, bzw. muss es im Training üben, da es einen modernen IV ausmacht. Sich nur auf Strohdiek zu verlassen, langt nicht.

Ob Kruse Stiepermanns Sonntagsschuss Dienstagsschuss halten kann? Schwierig. Einerseits stand er zu weit vorm Kasten. Andererseits hat er möglicherweise damit gerechnet, rauszulaufen. Eher hätten die Kollegen Stiepermann mehr bedrängen müssen. Naja, einige Sachen, die gefielen, gab es auch und zwar: Philipp Hofmann. Ein bisschen erinnert er mich an Marek Mintál zu seinen besten Tagen. Kaum etwas von ihm zu sehen und dann vollstreckt er eiskalt mit seiner ersten gefährlichen Aktion. Hinterlässt offene Münder bei den drei Cottbus-Verteidigern, die ihn umranden. Großartig! Genauso registrierte ich, dass wir trotz der Rückstände aufopferungsvoll nicht die Köpfe hingen ließen, sondern weiter probierten.

Aufgrund der zweiten Hälfte verloren. Das kann im Auswärtsspiel passieren. Ein Rückschlag war das allerdings nicht. Es sollte uns immer vor Augen sein, dass wir keine Spitzenmannschaft, kein Aufstiegskandidat sind, wie uns Sport1 titulierte, und mit bescheidenen Mitteln versuchen, das Maximum herauszuholen. Dennoch erwarte ich gegen den FC am Freitag, dass die Fehlerquote minimiert wird. Dass man präziser spielt. Dass Köln weniger zur Entfaltung kommt. Dass wir der Partie dem Stempel aufdrücken. Dass wir gewinnen – Gedanken eines Fans eben.

Energie Cottbus: Kirschbaum – Engel, Hünemeier, Möhrle, Bittroff – Banovic, Kruska (88. Fandrich) – Farina (83. Sörensen), Adlung – Stiepermann (90. Glasner), Sanogo.

SC Paderborn 07: L. Kruse – Wemmer, Gulde, Strohdiek, Bertels – Zeitz, Vrancic – Meha, Kempe (74. Naki) – Yilmaz (56. Brückner), P. Hofmann.

Tore: 1:0 Farina (67.), 1:1 P. Hofmann (74.), 2:1 Stiepermann (80.).

Zuschauer: 8.419.

Advertisements