Eher trüb hier

Posted on 14. September 2012 von

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Sommer, Sonne, Sonnenschein. Wenn es dahin geht, wo man das in voller Dröhnung ausnahmslos genießen kann, kommt es bei mir zum Kurzschluss. Ich werde ahnungslos. Entfliehe der Informationsflut. Das Boulevard-Blatt mit den vier Buchstaben kommt nicht in die Tüte. Das Stopfen des Sommerlochs durch Fahndungen nach gewissen ausgebüchsten Kühen oder Boom-Boom-Boris seine Kammergeschichten brauche ich weniger. Einzig und alleine die Tagesschau schafft es, irgendwo noch untergebracht zu werden. Das Internetz bleibt dagegen aus. Wenn du unter diesen Begebenheiten dann Fans eines kleinen Profivereins bist, könnte dieser Romario, Rivaldo, Ronaldinho und Ronaldo gleichzeitig verpflichten – ich hätte kaum was registriert. Dennoch wird die Neugierde zwischen Entspannung, Bier und UV-Schutz groß. Die Betätigung einer Tastenkombination, 250 im Teletext, zeigt dann an, dass über meinem Verein momentan eine kleine schwarze Wolke schwebt. Die Vorzeichen eher trüb sind.

Was es im Videotext zu sehen gab? Erschreckende Ergebnisse: Eintracht Braunschweig (1:2), FC Ingolstadt (1:3). Was noch? Ein gewisser Deniz Naki wurde urplötzlich eingewechselt. Aha, wenigstens etwas, was antreibt – eine ordentliche Neuverpflichtung. Doch beide Niederlagen dürfen nicht unser Anspruch sein. Bei den Löwen kannste verlieren. Die sind momentan ziemlich gut drauf. Doch dann auch noch 1:3 gegen Ingolstadt zuhause unterzugehen, entwickelt ein blamables, graues Bild. Keine Trotzreaktionen nach der Niederlage im Pokal. Keine Erfolgserlebnisse. Kein Selbstvertrauen?

Über taktisches Geplänkel kann ich mich nicht auslassen. Doch was in den Zeitungen nachträglich zu lesen gab, zeigt, dass die anfängliche Euphorie, die nach dem zweiten Spieltag schwebte, mittlerweile arg verfolgen ist. In allen bisher zählbaren Partien sind Führungen zu vermelden. Führungen, die Führungen blieben und sowohl gegen Hertha, Arminia, Braunschweig und Ingolstadt rein gar nichts bedeuten. Alles wirkt noch viel zu schwankend und Rückschläge sowie Gegentore sind verbunden mit Einbrüchen, Blackouts. Kohärent dazu heißt es, dass die junge Mannschaft noch wachsen muss. Als relativ unerfahren gilt. Eine Ausrede (?), die man häufiger als Argument hört, die im schnelllebigen Fußball eigentlich auf keine Gegenliebe und Akzeptanz stößt.

Wachsen muss allerdings auch der unerfahrene Trainer Schmidt II. Drei Niederlagen infolge, die Startelf bleibt gleich. Never change a winning team. War aber kein „winning“. Dabei hat man sich doch zielstrebig in der Breite verstärkt und Lücken geschlossen. Andere Akteure dürfen ruhig mal nachrücken. Oder sind die nicht so?  Für Untergangsszenarien ist die Saison noch zu jungfräulich. Die Betrachtung der Tendenz schmeckt jedoch nicht. Weitere, hoffentlich nicht eintretende, Miseren bedeuten mehr Druck. Die Leichtigkeit des Seins kommt abhanden. Enttäuschung triumphiert gegenüber Freude. Das brauchen ich nicht, wir nicht und die Mannschaft nicht. Zeit, dass sich was dreht!