Marschieren, marschieren und marschieren

Posted on 7. März 2012 von

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Wir marschieren – gerade schon beeindruckend irgendwie unaufhaltbar. Es scheint, so als ob wir uns auf einer 100ha Wiese voller Kleeblätter befinden und jedes Mal, wenn wir nach einem greifen, dieses vierblättrig ist. Als ob wir bei der Poker-Weltmeisterschaft sind und jedes Mal beim Showdown mit einen Royal Flush abschließen. Als ob wir gegen Ronnie O’Sullivan snookern und jedes Mal mit verbundenen Augen ein Maximum Break spielen würden. Will sagen: Es klappt momentan alles. Selbst bei Verletzungen von Leistungsträgern. Kein Problem, dann übernimmt eben wer anders. Dabei klagte man zwischendurch immer wieder, dass der Kader nicht breit genug wäre für den Aufstiegskampf. Dies wurde gegen Aachen erneut bravourös widerlegt. Der Top-Torjäger Nick Proschwitz musste nach 20 Minuten raus. Ersatzmann Matthew Taylor, der eine eher untergeordnete Rolle bis dato spielte, ersetzte den langen Kämpfer im Sturm und lochte zweimal ein. Es läuft einfach wie der Schnaps beim Alkoholiker!

Viel kann ich zu dem Spiel in Aachen nicht schreiben. Außer einer dürftigen Zusammenfassung habe ich nichts gesehen. In dieser blitzte jedoch der kleine türkische Super-Floh Mehmet Kara wie gegen die Eintracht erneut auf. Was habe ich mich noch anfangs über ihn geärgert. Zu egoistisch. Zu ballverliebt. Doch mittlerweile hat Kara seinen Platz in der Mannschaft gefunden. Den Schritt aus der Regionalliga gepackt. Das System von Mastermind Schmidt verinnerlichen können. Bemerkenswert auch Taylor, der zweimal nach Vorbereitung von ebendiesem Kara traf. Seine persönliche Erfolgsgeschichte ordnet sich in die herausragende Saison des Vereins ein. Kaum beachtet, höchstens als Brandy-Ersatz, wenn dieser sich ausgepowert hat, eingesetzt, tut er das, was ein Joker im besten Fall sollte: netzen!

Frederic, der auf zumblondenengel.de bloggt, hat neulich etwas festgestellt:

Es gibt einen wahnwitzigen Zahlenfetisch im Fußball. Die ganzen Zahlen, die Prognosen untermauern sollen!

Sehe ich auch so, aber dennoch bedient man sich der Zahlen, ermittelt sie, wenn sie irgendwas gravierend Positives bzw. Negatives über den eigenen Verein aussagen. Insgeheim sind sie dennoch so, ja, emotionslos und irgendwie auch nichtssagend… (Was für eine Serie hatte Aachen vor unserem Spiel? Was für eine Serie hatte Düsseldorf vor unserem Spiel?) Wenn diese Statistiken wirklich mehr als eine tendenzielle Prognose darstellen würden, wäre ich längst Fußball-Quoten-Zocker-Gott, könnte die hiesigen Wettanbieter bis auf die Lumpen ausnehmen  und Tür an Tür neben Florida Rolf leben. Dennoch Zahlen sind oftmals ziemlich interessant, wenn man mit ihnen spielt. Legen wir mal los!

Aus den bisherigen Spieltagen 24 Spieltagen tankten wir durchschnittliche 2,04 Punkte. Augsburg, das letzte Saison aufgestiegen ist, kam auf 1,91 Points. St. Pauli in der Saison 2009/10 als Tabellenzweiter auf 1,88. Mainz 2008/09 auf 1,85.

Man könnte noch viel weiter gehen, rechnen, ermitteln, spekulieren. Wäre jetzt der 34. Spieltag, hätten wir die 2,04 Durchschnittspunkte – jeder kann weiterstricken, was dann wäre… Zurück zur Realität. Diese Zahlen zeigen eins: Es ist verdammt eng in der kultigsten, besten, spannendsten 2.Liga aller Zeiten (weiß grad nicht, welchen Bezeichnung bei Werbung1 in diesem Jahr fällt), denn wir sind mit der Punkteanzahl „nur“ Dritter und es wird noch enger, nervenaufreibender, blutdruckerhöhender, atemberaubender, dramatischer.

Foto: Brian Talbot

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