Bye-Bye Brandy

Posted on 14. Februar 2012 von

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Wie nun bekannt wurde, wird der blonde Engel uns verlassen. Nein, nicht Bernd Schuster auch nicht Luis Hernández, sondern Partykönig Sören Brandy. Rund vier Jahre war wahrscheinlich Paderborns einziger Teenieschwarm in der Geschichte für uns aktiv. Nun zieht es ihn zu den Zebras nach Duisburg. Einerseits für mich verwunderlich, dass der Wechsel zu so einem frühen Zeitpunkt bekanntgegeben wird. Andererseits verständlich: Brandy und seine Kollegen stehen mit ihren bis dato erbrachten Leistungen so sehr im Scheinwerferlicht wie noch nie zuvor.

„Wir haben Sören eine Vertragsverlängerung zu erhöhten Bezügen angeboten. Er hat sich jedoch anders entschieden“, erklärte Manager Michael Born. Im Umkehrschluss heißt dies ja eindeutig, dass man ihn halten wollte. Wiederum im Umkehrschluss, dass Duisburgs Manager Ivica Grlić ihm mehr geboten hat, obwohl der MSV gerade ja auch nicht unbedingt mit Banknoten um sich schmeißen darf. Das behaupte ich einfach mal, denn ein Fußballer in Brandys Alter (26) nimmt Einbußen nicht gerne in Kauf. Verwunderlicher die Tatsache, die in der Pressemitteilung zu lesen war; Brandy wolle eine neue sportliche Herausforderung annehmen – übrigens die gleiche Aussage wie von Florian Mohr (wechselt nach Pauli). Ich will nicht den Miesepeter spielen, aber wohlmöglich nächste Saison einen Aufstieg aus der Dritten Liga? In Paderborn hätte Brandy in der zweiten Liga spielen können – die Punkte dafür sind längst gesichert. In Duisburg nimmt der Abwärtstrend seinen Lauf und könnte theoretisch (!) mit einem Knockout enden…

Trotz des Verlustes eines Sympathieträgers sehe ich der Personalie Brandy locker entgegen. Ihn kann man ersetzen und Ersatz ist auch schon da: Matthew Taylor, der bisher kaum zum Zug kam. Summa summarum hat man von Brandy all die Jahre mehr erwartet: Anfangs zum Edeljoker berufen, der stets nach seinen Einwechselungen für Dampf sorgte und mit seinem ordentlichen Antrieb die müden Verteidiger noch mal überrollte. Wurde er zu Beginn eingesetzt, ging ihm schnell die Puste aus. Nachdem er die Fitness verbesserte, musste er auch notgedrungen mangels Alternativen in der Startformation auflaufen.

Ein Torjäger ist Brandy während seiner Amtszeit nie geworden, mehr jemand der für den zweiten Stürmer arbeitet, früh presst und ganz selten mal trifft. Wie unser abgewanderter Ex-Trainer Schubert mal bemerkte, ist es bei unserem Etat unheimlich schwer einen Torjäger zu verpflichten. Dieses Problem kann nebenbei bemerkt auch die Hälfte der Zweitligisten partout nicht lösen. Umso einfacher erscheint die Tatsache, einen ackernden Stürmer wie Brandy zu finden. Gaetano Manno war zum Biespiel auch so einer.

Und an die Illuminaten, deren Beiträge man auf Facebook einsehen kann: Jepp, Florian Mohr und Sören Brandy haben gegen Fürth extra so grottig agiert, weil sie bald weg sind. Da brauchen wir nicht großartig diskutieren. Sie alleine waren für die Niederlage verantwortlich! [Ironie aus]

Foto: SC Paderborn Pressemappe 2010/11