Internetpräsenz und Social Media

Posted on 3. November 2011 von

2


Es dauert meist alles ein wenig länger in Paderborn: der Stadionbau oder das Verlassen der Parkplätze nach dem Spiel. So wurde es auch zeitnah verschusselt, sich um Social Media-Aktivitäten zu kümmern. Neuerdings wurde ein offizieller Facebook-Account gestartet. Immer noch leicht verwirrend ist, dass es eigentlich zwei gibt. Zweiter hat dabei mehr Likes (~3.600) als der offizielle (~2.500), was primär daran hapert, dass der inoffizielle deutlich früher das Licht der Facebook-Welt erblickte. Warum auch immer wurde dieser allerdings nicht von den Verantwortlichen übernommen. Schalke 04 zum Beispiel war da deutlich schlauer und begann nicht von Null, sondern kaufte die Fan-Seite einfach ab.

Auch bei Twitter scheint es nicht klar zu sein, wer denn jetzt offiziell den SCP vertritt. Erneut werden uns zwei Varianten aufgetischt: ~1.400 und ~300 Follower. Weder auf Facebook noch auf der Website wird für Twitter geworben, was für mich gleichbedeutend dafür ist, dass der Verein nicht auf Twitter aktiv ist, bzw. sich dafür nicht interessiert. Makaber, unterstützte doch der Club vor kurzem eine Masterarbeit, Thematik „Fanbindung über soziale Online-Netzwerke“. Wer weiterhin im Dunkeln tappt und es nicht verstehen kann, wie immens wichtig Social Media für die Sportindustrie geworden ist, der sollte sich mal das Blog vom Sportmanager vor Augen führen. Jammern auf höchstem Niveau? „Die Marketing-Abteilung hat doch schon etwas in die Wege geleitet und sich damit auseinandergesetzt!“ Jein. Man kann immer noch einen draufsatteln!

Eine Analyse des Medienportals Meedia untersuchte jüngst, wie es um die offiziellen Websites der Vereine steht. Ein Kriterium für diese Beurteilung sind die Unique User. Dieser internetaffine Begriff wird im Duisburg-Blog „Ein Zebra in der Achterbahn“ wie folgt erklärt:

Der Begriff Unique User, also der “einzelne Nutzer”, drückt aus, wie viele Personen eine Webseite in einem bestimmten Zeitraum besucht haben. Dabei wird jeder Besucher auch wirklich nur einmal gezählt, unabhängig davon, wie viele Klicks er auf der Seite macht bzw. wie oft er auf die Seite zurückkehrt. Unique User werden ermittelt, um Reichweiten von Internetseiten angeben zu können. Das ist zum Beispiel für die Werbung wichtig. Denn Seiten mit vielen Unique Usern sind natürlich für wesentlich mehr werbetreibende Unternehmen interessant als Seiten mit wenigen Unique Usern.

Welch‘ Wunder, schneiden wir dort nicht mit „sehr gut“ ab. Nur der MSV Duisburg (< 12.000) und FSV Frankfurt (12.000) werden weniger besucht, geht aus dieser tabellarischen Auflistung hervor. Auf Platz 15 rangiert der SC Paderborn gemeinsam mit dem FC Ingolstadt (14.000). Damit sind wir etwa in einer Liga mit Drittligisten wie VfR Aalen, 1. FC Heidenheim oder SV Babelsberg 03 (< 12.000). Die Vergleiche sollen nicht despektierlich klingen, haben wir allerdings momentan eine überaus erfreuliche sportliche Entwicklung zu verzeichnen. Bewegen uns eine Etage höher.

Worum es mir geht: Sicherlich steht der SC Paderborn noch am Anfang seiner Social Media-Aktivitäten. Was die Meedia-Zahlen allerdings nicht verheimlichen, dass ein erneuter Schritt verpasst worden ist. Je mehr Klicks auf der Homepage, desto größere, bessere, prestigereichere Sponsoren = mehr Geld. Warum kann die Stadionzeitung nicht als PDF-Datei geladen werden, wie es früher mal war? Wurde es sogar nicht schon angekündigt, die Vereinswebsite zu relaunchen? Weswegen passiert da nichts? Oder müssen wieder Jahre ins Land verstreichen, bis sich wieder mal etwas dreht und passiert? Aufwachen! Positive sportliche Schlagzeilen reichen nicht mehr aus. Wecker stellen und handeln, ist angesagt. Aber wahrscheinlich wird wieder gepennt und auf den Lorbeeren ausgeruht – vielleicht ja nur bis 2022.

Bild: SC Paderborn-Facebook