SC Paderborn: Serienbrecher-Abonnement

Posted on 19. Oktober 2011 von

0


Unsere Leistung in den vergangenen zwei Partien erinnert mich ein wenig an Erzgebirge Aue aus der letzten Saison oder Bochum (Rückserie). Es sind diese 1:0-Erfolge, in denen wir weniger Spielanteile besitzen, dennoch aber irgendwie gewinnen. Das Grundgerüst für diese Erfolgsserie ist dabei unsere Defensive, die nur schwer zu knacken ist. Seit der Union-Niederlage gab es keine einzige Mannschaft, die einen Schlüssel fand, diese so richtig zu überwinden. Auch Braunschweig nicht, die mit breiter Brust nach Paderborn gefahren sind. Ein aufstrebender Aufsteiger. Seit sieben Partien ungeschlagen. Und wie so oft brechen wir eine Serie. Wie letzte Saison gegen Hertha (erste Niederlage) oder 1860 (am 17. Spieltag die erste Pleite Zuhause). Spezialeinheit für auf dem Papier unlösbare Aufgaben: SC Paderborn 07.

Die erste Halbzeit hatte es wirklich in sich. Es ging hin und her. Kein vorsichtiges Abtasten. Keine Respektbekundung. Keine Angst. Beide Mannschaften wollten siegen und hatten ihre Möglichkeiten dazu. Eine davon nutzte Strohdiek nach einem Freistoß von Meha. Dass beide Abwehrreihen ziemlich sicher stehen können, war im Vorfeld klar und kristallisierte sich auch im Verlauf des Aufeinandertreffens heraus. In der zweiten Hälfte dominierte Braunschweig die Partie. Wir kamen kaum mehr zu Offensivaktionen, stellten die Räume allerdings zu. Braunschweig konnte sich nicht entfalten, zeigte sich nur in einigen Situationen wirklich gefährlich.

Braunschweig war stets bemüht, unsere Außenverteidiger mit Zug zum Tor, Wemmer und Bertels, auszuschalten. Brückner fand durch Braunschweigs Pressing überhaupt nicht ins Spiel – hätte schon früher ausgewechselt werden müssen –, während Meha mehr durch seine Standards auffiel. Vorne rackerte Brandy – der Wadenbeißer. Proschwitz agierte ein wenig glücklos und erwischte nicht seinen besten Tag. Zumal hätte er, bei einer Riesenchance den Sack zumachen müssen!

„Batman“ Mohr und Strohdiek schalteten Braunschweigs gefährlichsten Stürmer, den Ex-Paderborner Kumbela, gekonnt aus. Dieser wurde sofort auf den ersten Metern gestoppt, abgegrätscht, sodass er seine Schnelligkeit nicht ausspielen konnte. Neben den Verteidigern hatte Lukas Kruse einen Riesenanteil am knappen 1:0. Er rettete so einige Male spektakulär und katzenartig.

Was bleibt zu sagen? Natürlich war es ein glücklicher, aber nicht unverdienter, Sieg. Durchaus hätte das Ergebnis auch anders ausgehen können. Momentan läuft es einfach perfekt. Alles stimmt. Alles passt. Klar, dass irgendwann diese Glückssträhne, die natürlich nicht nur aus Glück besteht, sondern auch aus harter Arbeit, irgendwann enden wird – das Glück des Tüchtigen. Das sollte jeder Anhänger vor Augen haben, nicht wie so oft abheben und jetzt als subjektives Ziel den Aufstieg ausgeben. Die Enttäuschung wäre vorprogrammiert. Nach oben wollen wir nicht! Stattdessen sollten wir einfach nur den Anblick der Tabelle genießen und stolz auf die Mannschaft der Stunde in der 2. Bundesliga sein!

SC Paderborn 07: L. Kruse, Wemmer, Strohdiek, Mohr, Bertels – Krösche, Alushi – Meha, Brückner (90. Guié-Mien) – Brandy (84. Palionis), Proschwitz

Eintracht Braunschweig: Davari – Kessel, Henn (85. Dogan), Correia, Reichel – Theuerkauf – Kruppke, Pfitzner (79. Fetsch), Vrancic (68. Zimmermann), Boland – Kumbela

Tore:
1:0 (7.) Strohdiek

Gelbe Karten:
SCP: Brandy, Bertels
Eintracht: Pfitzner

Schiedsrichter:
Thomas Metzen (Mechernich)

Zuschauer:
12.298.

Foto: SC Paderborn-Pressemappe 2011/12