SC Paderborn: Aus dem Nichts zur Ekstase

Posted on 4. Oktober 2011 von

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Wahrlich lief nicht alles am Schnürchen wie gegen Bochum (4:0) oder Ingolstadt (4:1). Das Kombinieren fiel uns schwer, was primär an den Duisburgern lag, die taktisch klug auf Pressing eingestellt waren und früh im Mittelfeld attackierten. Irgendwie waren wir die typische Auswärtsmannschaft: Erst einmal schauen, was der Gegner macht. Hinten sicher stehen und dann auf eine Chance hoffen. Und eigentlich war der Kick gegen Duisburg ein typisches 0:0, mit vielen mickrigen und ruppigen Fouls, die enorm störten – wenn nicht Quick Nick wäre. Noch letzte Saison hätten wir bei seinem Tor einen weitergepasst, zumindest der Enis. Nicht den Mut gehabt, einfach mal abzuschließen, aus fast unmöglicher Position. In dieser Saison ist vieles anders. Auch Spiele, in denen wir die schlechtere Truppe sind, können wir für uns entscheiden. Einfach weil nun die Chancenauswertung stimmt und das Quäntchen Glück auf unserer Seite ist.

Hinten wurde wieder sensationell gearbeitet. Das Stellungsspiel passte. Grobe Fehler blieben aus. Mohr und Strohdieck, der den an Grippe erkrankten Gonther ersetzte, waren sicher. Während Bertels ein wenig abfiel, glänzte insbesondere Wemmer auf der rechten Seite. Kruse fischte eine 100% in der ersten Hälfte heraus, ansonsten gab es für ihn, nicht besonders viel zu parieren. Obwohl Duisburg die größeren Spielanteile hatte, waren die Angriffe nicht bis zum Schluss herausgespielt. Der letzte entscheidende, tödliche Pass fehlte. Zu nervös waren die Gegner vorm Tor. Spürbar, dass ihnen das Selbstvertrauen fehlte, das bei einem Blick auf die Tabelle nicht unbedingt vergrößert wird.

Auch unsere Offensivaktionen waren mau. Zu mau. Zum einen lag es daran, dass Mehas Standards diesmal überhaupt nicht gefährlich waren und unsere große Waffe nicht funktionstüchtig war. Zum anderen, weil Duisburg clever und aufopferungsvoll verteidigte. Die angesetzten Konter verblassten früh. Ähnlich wie Duisburg konnten wir keine Lösung für das Abwehrbollwerk finden. Für mich logisch, dass das Spiel nur durch eine individuelle Aktion oder einen Fehler entschieden werden würde. So war es dann auch. Proschwitz hörte meinen Tipp – „Lass mal einen von da“ –, und hämmerte einfach mal drauf. Obwohl Fromlowitz scheinbar in letzter Zeit gut hielt, patzte dieser gegen die Sonne stehend schwer. Auch in einigen anderen Aktionen, wirkte er auf mich unsicher. Danach gingen wir nur noch auf Sieg und verteidigten mit Katz und Maus. Alushi hätte vielleicht noch den Todesstoß setzen könnten. Aber wie eigentlich immer, musste er noch mal passen. Das „den Ball ins Tor tragen-Syndrom“.

Es ist fast unheimlich, was momentan bei uns vor sich geht. Auswärts hinter der Eintracht die zweitbeste Truppe. Nur Fürth kassierte ein Gegentor weniger. 18 Punkte nach zehn Spielen. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die graue Maus mausert sich ins Rampenlicht des Unterhauses. Nicht mal Nostradamus hätte das so prophezeien können!

MSV Duisburg: Fromlowitz, Berberovic, Kern, Domovchiyski (84. Shao), Gjasula, Soares, Sukalo, Wolze, Pamic (81. Kastrati), Hoffmann, Lázok (79. Brosinski).

SC Paderborn 07: Kruse, Wemmer, Strohdiek, Mohr, Bertels, Krösche, Alushi, Meha (90. Taylor), Brückner (81. Palionis), Proschwitz, Brandy (62. Kara).

Tore:
0:1 (77.) Proschwitz

Gelbe Karten:
MSV: Wolze, Domovchiyski, Sukalo, Soares
SCP: Brandy, Strohdiek, Meha

Schiedsrichter:
Marco Fritz

Zuschauer:
11.327