SC Paderborn: Sport1-Abstiegscheck

Posted on 12. Juli 2011 von

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Während der Saison stehe ich mit den zugeordneten Paderborn-Reportern von Sky auf Kriegsfuß. Ihre Kommentare beziehen sich lediglich auf Statistiken und Halb- oder Viertelwissen. Aus der Luft gegriffene Attribute werden beliebigen Spielern zugeordnet. Philipp Heithölter war in der letzten Saison noch ein schneller Mittelfeldstratege, der nach einer Einwechslung durch seine rasante Geschwindigkeit für Akzente sorgen sollte – jeder, der ein Paderborn-Match sah, wusste, dass Heite mit seinem Holzfäller-Stil der mit Abstand Langsamste war. Rolf-Christel Guié-Mien bestach durch seine technische Versiertheit, der beste Techniker bei den Ostwestfalen – jeder, der ein Paderborn-Match sah, wusste, dass er mehr ein Laufwunder ist als ein herausragender Akteur, der mit dem Ball umgehen kann. Diese Eigenschaft trifft eher auf Daniel Brückner zu. Und auch der obligatorische Sport1-Abstiegscheck kann getrost in diese Kategorie eingeordnet werden – wenn man keine Ahnung hat, einfach nicht die Tastatur benutzen!

Für den SC Paderborn geht es auch in der kommenden Saison nur gegen den Abstieg. Der neue Trainer Roger Schmidt hat als Ex-Spieler viel Kredit im Umfeld, muss aber Torhüter Daniel Masuch ersetzen.

Lukas Kruse machte in den bisherigen Testspielen eine gute Figur und geht als Nummer eins in die Saison. Vorn ruhen die Hoffnungen der eingespielten Truppe auf die neuen Matthew Taylor (RW Ahlen) und Nick Proschwitz (FC Luzern).

Der 18-jährige Youngster Niclas Erlbeck beeindruckte in der Vorbereitung und könnte eine positive Überraschung werden. Er markierte den Endstand zum furiosen 4:1-Sieg gegen den 1.FC Köln.

Es gab aber auch ernüchternde Resultate. Bei Absteiger Arminia Bielefeld kam der SC nicht über ein 0:0 hinaus. Von Regionalligist Sportfreunde Lotte trennte man sich 1:1.

Klar, es geht nur um den Abstieg. Das ist durchaus richtig und angebracht, von mir bereits erwähnt. Dass Lukas Kruse eine gute Figur machte, ist umstritten. Der Patzer im Spiel gegen Köln zeigt, wie gut seine Haltungsnoten denn waren. Erlbeck traf zwar gegen Lotte und Köln, wird wenn überhaupt ein bisschen Zweitligaluft schnuppern dürfen und steht hauptsächlich nur aufgrund der Local-Player-Regelung im Kader.

Ein furioser 4:1-Sieg gegen Köln? Auf dem Papier schon! Ausgeblendet wird hierbei, dass der FC das Spiel ab der 64. Minute nur noch zu Zehnt bestritt, später sogar zu Neunt. Dass wir bereits voll in der Vorbereitung waren und Köln nicht. Dass der FC noch am gleichen Tag aus dem Trainingslager angereist kam. Dass der FC in der zweiten Hälfte mit dem B-Team agierte. Das zum Thema furios!

Zum ernüchternden Resultat gegen die Sportfreunde aus Lotte: Hätte sich der verantwortliche Redakteur ein wenig informiert, es hätte gereicht die Paderborner Homepage mal zu durchforsten, wüsste er, dass der Test gegen Lotte einen Tag nach dem Köln-Spiel stattfand. Weder Schmik, Palionis, Strohdiek, Kocatepe, Mosquera, Banyik (U23), Welker (19) noch Erlbeck, die alle aufliefen, werden am Sonntag gegen Rostock von Anfang an beginnen. Die Hälfte davon wird nicht einmal auf der Bank Platz nehmen.

Wenn es so rüberkommen sollte, ich schreibe geladen, weil der SC Paderborn als Abstiegskandidat „analysiert“ wird… Nein, nicht deswegen. Es ist nur nicht zu viel verlangt, ein wenig journalistischer zu arbeiten. Insbesondere, wenn derjenige auch noch Kohle dafür kassiert. Danke!

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