SC Paderborn: Déjà-vu-Erlebnis in Aue

Posted on 18. Januar 2011 von

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Weil der Platz in Aue am Freitag noch für unbespielbar erklärt wurde, begann die Rückrunde für die Paderborner etwas verspätet am Dienstagabend. Genau wie am ersten Spieltag ging der Start aber gründlich in die Hose – erneut musste man kurz vor Schluss ein Gegentor hinnehmen, wodurch wie im Hinspiel eine 0:1 Niederlage besiegelt wurde. In einem hart umkämpften Match bei widrigen Bedingungen gingen die Auer als verdiente Sieger vom Platz, da sie mehr Druck ausübten und bis zum Ende Blut leckten. Den Paderbornern dagegen fiel nicht sehr viel ein, als mit Mann und Maus zu verteidigen.

Die Erzgebirger gaben von Beginn an den Ton an und preschten das Tor von Masuch an. Besonders der agile Curri agierte als Ideengeber. Daneben beschäftigte Müller, der über die rechte Seite kam, die Abwehr der Paderborner, die diesen nie so richtig in Griff bekam. Aue pflegte ein variables Spiel. Mal versuchte man es mit hohen Bällen über die Verteidigung hinweg, mal über die Anspielstationen Curri und Müller. Des Weiteren sorgte man immer mal wieder mit gefährlichen Standards für Gefahr. Paderborn hingegen fehlte es wie so oft auswärts an Kreativität. Das Sturmduo Kapllani und Brandy stand in der Luft. Letzterer ließ sich dagegen nach hinten fallen und versuchte so – jedoch vergeblich – irgendwie eine Bindung zu finden. Resümierend konnten allerdings beide keine Bälle vorne halten und strahlten wie der Rest der Mannschaft überhaupt keine Torgefahr aus. Trainer Schubert durfte sich nach der ersten Halbzeit keinen einzigen nennenswerten Torschuss notieren: schwach!

Die zweite Halbzeit war im Großen und Ganzen ein Pendant zur ersten. Zwar versuchten die Paderborner endlich mal in der Offensive mehrere Gänge hochzuschalten, sprang dabei aber wieder nichts Zählbares raus. Aue kam wieder und wieder. Nur die stabile Abwehr um die Innenverteidigung Palionis und Strohdiek verhinderte mit gutem Stellungs- und Kopfballspiel einen Rückstand. Alushi, der eigentlich das Spiel in der Vorwärtsbewegung ankurbeln soll, blieb nicht zu sehen. Vermisst wurde der verletzte Brückner, der sicherlich mit seinen individuellen Einzelaktionen wenigstens so etwas wie Einfallsreichtum andeuten könnte. So war es eine Frage der Zeit, bis endlich mal eine Ecke oder ein Freistoß durchsickern würde. Dass es ausgerechnet in der 86. Minute durch Le Beau passieren sollte, war dann doch ein wenig unglücklich. Es steht außer Frage, dass der SCP alles darauf legte, mit einem Punkt nach Hause zu fahren: Schubert nahm in der 74. Minute Alushi raus und brachte Krösche. Krösche, der alles andere als ein Impulsgeber ist, sollte hinten zusätzlich für die nötige Stabilität sorgen. Mit Krösche und Mohr war die Doppelsechs damit so defensiv wie möglich ausgerichtet. Scheinbar glaubte sogar nicht mal mehr der Coach daran, dass noch ein Tor für seine Mannschaft herumkommen würde. In der 75. Minute auf 0:0 zu spielen ist folglich auch enorm mutig, wenn man weiß, dass es gegen Aue geht, die schon im Hinspiel in der 92. Minute die Partie drehen konnten. Alles in allem wurde viel zu wenig für die Offensive investiert und so bekam man letzten Endes die gerechte Quittung dafür.

Jetzt geht es nach kurzer Regenerationsphase am Freitag gegen den Tabellenführer Augsburg. Bleibt zu hoffen, dass man dann eine weniger trostlose Vorstellung bietet. Stattdessen sollte man sich auf seine Stärken besinnen. Denn Augsburg hat spielerisch mehr drauf als Aue und nur mit hinten drinstehen würde man demnach eine Klatsche riskieren.