SC Paderborn: Sensation perfekt

Posted on 7. November 2010 von

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„Sich nicht hinten reinstellen, den Gegner beschäftigen und „Nadelstiche“ nach vorn setzen“  war die Devise, die die Paderborner perfekt umsetzten und die einer konsternierten Hertha die erste Niederlage in Liga zwei einbrachte. Man war sich bewusst: Es musste ungefähr alles passen, um den Berlinern überhaupt einen Punkt zu entlocken. Das es am Ende sogar drei sind, grenzt an einer kleinen Sensation. Schuberts Elf trat mit Leidenschaft, Einsatz und Pressing auf, hinzukam sicherlich literweise Schweiß. Ein perfekter Sonntag in Ostwestfalen!

Die Berliner waren überrascht. Natürlich hatten sie sich im Vorfeld mit der Heimstärke der Paderborner auseinandergesetzt, obwohl die Aufgabe auf dem Papier wohl in die Kategorie „einfach“ auszusiedeln war – Punkte mitnehmen und Mund abwischen. Doch was die Paderborner in der ersten Halbzeit auf dem Platz veranstalteten, hätte sich kein Optimist auserträumen können. Sie zündeten ein Feuerwerk nach dem anderen vor dem Berliner Tor, während die Angriffsreihe um Ramos und Raffael komplett ausgeschaltet wurde.

Hertha, die wohl überwältigt war, von der Qualität und dem Willen der Paderborner, schien den erstaunten Mund nicht mehr schließen zu können. Von Angsthasenfußball keine Spur. Leider ließen die Paderborner trotzallem erneut zig Chancen liegen. Es schien wohl das alte Übel wieder aufzutauchen: Ein glänzend aufgelegter Sejna verhinderte Schlimmeres. Ein Teufelskerl, der ähnlich wie FSV Frankfurts Klandt zu Hochform auflief und in dem in ein paar Situationen, wenn nicht auch noch das Aluminium Schuld war, der Meister gefunden wurde.

Meine böse Zunge vermutete: Die Hertha schießt nach der Pause völlig unverdient das zweite Tor und die Paderborner können das Tempo nicht durchgängig halten. Nein, es kam anders. Noch letzte Woche haderte ich mit dem Schicksal… Das Glück kam nun aber endlich wieder. Nach einem Eckball sah Ramos in einer undurchsichtigen Situation den roten Karton. Handspiel sowie Ellbogencheck bedeuteten nicht nur einen Platzverweis, sondern zogen auch einen Elfmeter mit sich, den der Kapitän und sichere Schütze Krösche versenkte. Schwer zu sagen, ob überhaupt aus dem Spiel heraus noch ein Tor möglich gewesen wäre. Trainer Babbel und seine Mannschaft konnten danach nichts mehr entgegensetzen.

Alle Faktoren für einen Sieg passten und die Mechanismen griffen, gepaart mit einer geschlossenen und kämpferischen Mannschaftsleistung war der Favorit gestürzt. Und scheinbar können die Paderborner diese Saison gegen die Hauptstadtclubs. Jetzt gilt es die Form und Motivation zu konfiszieren konservieren. Daswichtige Spiel gegen Ingolstadt steht an, sollte das auch noch gewonnen werden, dürfen alle Beteiligten frohen Mutes nach vorne schauen.

Foto: SC Paderborn Pressemappe 2010/11