Tod, Leid und Schmerz versus Ihnen gefiel dieser Artikel

Posted on 27. Oktober 2010 von

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Wenn Menschen unerwartet sterben, widerfahren den Angehörigen lawinenartige Gefühle: Am Sonntag sind bei einem Autounfall zwei zu junge Menschen in Paderborn ums Leben gekommen. Dabei handelt es sich um den Fußballer Alexander Libert, der für den Bezirksligisten BV Bad Lippspringe kickte und bei den Vereinen DJK Lieth und SC Paderborn aktiv war. Diese nebensächlichen Informationen sollen natürlich nicht angesichts des Ausmaßes der Tragödie in den Vordergrund gerückt werden… Schließlich gibt es im Leben bekanntlich wichtigeres als Fußball und Sport. Mein Beileid!

Trotz allem ist es moralisch bedenklich, dass die Zeitung Westfalen-Blatt, die auch über den Vorfall berichtet, auf ihrer Internet-Präsenz ohne jegliches Wenn und Aber die unoriginelle Funktion „Artikel bewerten“ nach jeder Veröffentlichung einbaut, egal wie tragisch die Schreckensmeldungen erscheinen mögen. Wie bewertet man diese Artikel, wenn man damit konfrontiert und jemand aus dem Familienkreis betroffen ist? Bewertet man dann etwa die Investigation und die tolle Recherche dahinter? Gefällt mir der Artikel und Umstand, wenn mein Haus abgebrannt ist? Warum kann man diese selten dämliche Einstellung in einem gewissen Kontext, wenigstens  in Anbetracht der berichteten Situationen, nicht regelmäßig ausstellen?

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