SC Paderborn: Antonio Di Salvo beendete wohl Karriere

Posted on 13. Oktober 2010 von

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Einige haben ihn beim letzten, traditionellen Libori-Volksfest erneut gesichtet. Gerade kurz vor der Transferfrist – Paderborn suchte immer noch einen tauglichen Stürmer – heizte seine Anwesenheit an der Pader ein wenig die Spekulationen an: War er vielleicht der gesuchte Torjäger und feierte bereits seine Unterschrift bei einem kühlen Blonden? Bekanntlich kam es allerdings ein wenig anders und die Pessimisten konnten ruhigen Gewissens einschlafen. Doch was macht das Paderborner Urgestein in Sachen Fußball heute? Transfermarkt bestätigt, er sei vereinslos. Das Leitmedium Bild – wie es Chefredakteur Kai Diekmann nannteerwähnte vor kurzem nebenbei, dass Toni seine Karriere beendete habe. Zeit für eine Rückschau…

Den ganz, ganz, großen Durchbruch schaffte Toni, dessen Ursprünge in Sizilien liegen, irgendwie nie. Zwar lesen sich die Stationen Bayern München, Hansa Rostock und 1860 München eigentlich recht beachtlich, war seine Karriere jedoch mehr von Verletzungsmiseren geprägt. Als Di Salvo vom SC Paderborn zu den gigantischen Bayern wechselte, glaubten die regionalen Experten, dass ein kommender Star, ausgerechnet aus Ostwestfalen, geboren war. Bei den Bayern durfte er allerdings größtenteils bei den Amateuren arbeiten, der Sprung zu den A-Profis blieb ihm verwehrt. Seinen einzigen internationalen Einsatz hatte der Deutsch-Italiener gegen Dynamo Kiew in der Saison 1999/00 – er wurde in der 35. Minute für Alexander Zickler eingewechselt, absolvierte das restliche Spiel, konnte allerdings nichts an der 2:0 Niederlage ändern. Immerhin konnte Toni bei den Bayern ein bisschen für seinen Trophäenschrank sammeln – obwohl er kaum eingesetzt wurde – und darf sich dementsprechend als Champions League-Sieger titulieren.

Überdimensionalen Karriere-Sprung nie geschafft, dennoch CL-Sieger

Di Salvo wurde während seiner Karriere oft vorgeworfen, dass er sich erst vor möglichen Vertragsverlängerungen steigerte. Bei Hansa sprang er zwischen den Rollen Stamm- und Einwechselspieler und kam in fünf Jahren auf akzeptable 112 Einsätze, in denen er rund 20 Mal das Tor traf. Dann wurde er zu den Münchner Löwen transferiert. In seiner zweiten Saison avancierte er zur erhofften Verstärkung und steigerte den eigenen Marktwert, nachdem er in der Hinrunde acht Tore erzielte. Jedoch hielt die Form nicht, denn eine erneute Verletzung warf ihn aus der Bahn. Die nächste und gleichzeitig letzte Station war der österreichische Erstligist SV Kapfenberg (7 Spiele / 0 Tore), die sich wahrscheinlich nicht als seine erfolgreichste einprägen wird.

Immer wieder soll es während der aktiven Karriere Kontakte nach Paderborn gegeben haben. Eine Rückkehr wurde allerdings nie realisiert. Laut eigenen Aussagen wollte Di Salvo die Region München nicht mehr verlassen, da er mit seiner Familie dort sesshaft geworden ist. Da sein Schwiegervater und gleichzeitig Berater Günther Rybarczyk heißt, der ehemalige Sportliche Leiter bei den Ostwestfalen, und das Ende des Engagements nicht gerade freundschaftlich vonstattenging – man lag sich doch eher im Klinsch – erschwerte dies ebenfalls die Situation.