Cassano, Inzaghi, C. Ronaldo, Jarolim & Vata – Was haben all diese Spieler gemeinsam?

Posted on 20. September 2010 von

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Sie sind alle Fußballprofis – oder gewesen. Sie waren alle in der höchsten Spielklasse des jeweiligen Landes vertreten und sie sind alle Offensivkräfte. Aber sie sind auch die besten Schauspieler ihres Sports. Ganz frische Eindrücke über das Ausnahmekönnen Cassanos konnte man in den Qualifikationsspielen zur Champions League gegen Werder Bremen live mitverfolgen: Wie er sich kunstvoll in den Gegenspieler drehen konnte, ein schmerzverzerrtes Gesicht und gleichzeitig sich das Schienbein oder das Gesicht hielt, sorgte für Standing Ovation des italienischen Fachpublikums, das ja bekannt ist, führend in dieser Kunst zu sein. Es ist schier ein Wunder, dass Cassano erst in der 90. Minute ausgewechselt werden „musste“, da er eigentlich laut seinen verschiedenen Gesichtsausdrücken von den als bekannt brutalen Spielern Per Mertesacker oder Clemens Fritz zertreten wurde.

Der Strafraum war das Gebiet des Filippo Inzaghis. Keiner wusste es so geschickt wie der Italiener das gegnerische Bein des Verteidigers zu suchen und gekonnt mit einem stilvollen Fallen dem Schiedsrichter zu signalisieren, dass er hart gefoult worden ist und unbedingt einen Strafstoß bekommen muss. Leider sprach sich sein Können schnell in der Lobby der Schiedsrichter herum, sodass Inzaghi immer weniger Anerkennung für sein Können bekommen hat.

Während der WM sah man Cristiano Ronaldo oft mehr fliegen als zaubern. Was, wenn man auf die darstellerische Weise schaut, durchaus gleichzusetzen ist. Wunderschön, wie er in einem flachen Winkel nach vorne abspringen kann, mit einem entsetzten Gesicht zum Schiedsrichter blickt und bettelnd auf einen Pfiff wartet. Einfach nur genial.  Mit dieser künstlerischen Abwandlung des gefallenen Heldens, kann er sich dann zu seiner bekannten John Wayne Interpretation beim Freistoß widmen.

Fatmir Vata war wohl eindeutig der Mentor des Portugiesen. Keiner wusste es, gerade in den Zeiten als der Albaner noch für die Arminen auf der Alm tätig war: Arminia hat selten so viele Freistöße bekommen. Das stilvolle Anzeigen für das Betreuerteam auf der Bank der Bielefelder, dass es sich bereit machen muss, aufs Feld zu sprinten, verzückte immer wieder den sonst eher von Abstiegsangst geprägten Fan. Man musste sich nur Sorgen um Vata machen, wenn er nichts anzeigt und so vom Spielfeld humpelt. So geschah es einmal und er musste beinahe seine Karriere aufgrund eines Kreuzbandrisses beenden.

Neid machte sich schnell im Kreis der Kollegen breit. Christian Wörns meinte einst in einem Interview, dass Vata wie ein Mädchen spielen würde. Seltsamerweise gerade von Wörns so eine Aussage zu hören, weil er seinerseits wie ein Mädchen spricht. Ausnahmekönner sind nun mal von Neidern umgeben.

Der jaromlische Einfädler findet immer wieder in der Bundesliga geeignete Nachahmer, aber keiner schafft es so gut wie das Original. Wie eine Gazelle zieht er meist von außen nach innen und drehte sich kurz vor dem Gegenspieler in einer Art Pirouette um 180 Grad und „schwebt“ über das Bein seines Kontrahenten. Einfach nur einzigartig.

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