SC Paderborn: Alexander Löbe alias Mr. Abstieg alias Mr. Talmarsch

Posted on 9. September 2010 von

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Man könnte meinen, dass Alexander Löbe einst einen Pakt mit dem Abstiegsgespenst geschlossen hatte. Keine Ahnung, was es ihm wirklich einbrachte und wie er davon profitieren konnte. Fakt ist allerdings, dass Löbe in seiner langen, aktiven Karriere (1991/92-2007/2008) genau neun Mal absteigen musste und somit den Fahrstuhl nach unten tätigte – sieben Mal im deutschen Profifußball bedeutet gleichzeitig auch bisherigen Rekord. Ein Rekord, der nicht unbedingt glücklich machen sollte…

Laut Wikipedia spielte der blonde Stürmer, der aus Jena stammt, bei folgenden Vereinen – in Klammern die Abstiege:

  • 1990–1992   Hallescher FC (Abstieg aus der 2. Liga) → 1. Talmarsch
  • 1992–1993   SpVgg Unterhaching (Abstieg aus der 2. Liga) → 2. Talmarsch
  • 1993–1994   SG Wattenscheid 09 (Abstieg aus der 1. Liga) → 3. Talmarsch
  • 1994–1996   MSV Duisburg (Abstieg aus der 1. Liga) → 4. Talmarsch
  • 1996–1997  VfB Lübeck (Abstieg aus der 2. Liga) → 5. Talmarsch
  • 1997–1998   FC Gütersloh
  • 1999                SK Vorwärts Steyr (Abstieg aus österreichischen 1. Liga) → 6. Talmarsch
  • 1999–2000  Erzurumspor
  • 2001                Trabzonspor
  • 2001–2002  Malatyaspor
  • 2002–2004  SG Wattenscheid 09 (Abstieg aus der Regionalliga) → 7. Talmarsch
  • 2004–2005  SC Paderborn 07
  • 2005–2007  Rot-Weiss Essen (Abstieg aus der 2. Liga) → 8. Talmarsch
  • 2007–2008  SC Paderborn 07 (Abstieg aus der 2. Liga) → 9. Talmarsch

Dabei war Löbe, dessen Ziehvater Hannes Bongartz heißt, eigentlich gar nicht so schlecht, wie die Statistik annimmt. In seiner Zeit beim SC Paderborn war er 2004-2005 einer der Erfolgsgaranten für den Aufstieg in die zweite Liga. In 36 Spielen konnte er 17 Mal das Runde ins Eckige platzieren. Löbe stand auch beim manipulierten Pokalspiel SC Paderborn gegen den Hamburger SV auf den Platz, das sich wegen dem Wettbetrug und Schiedsrichter Hoyzer einst zum Skandal entwickelte. Auch der Name Löbe fiel bei den Verhandlungen:

Wenig später verhängte er einen zweiten Elfmeter nach einem Faller des Paderborner Stürmers Alexander Löbe. Dieser sei nach dem Spiel in die Schiedsrichterkabine gekommen und habe sich für die Schiedsrichterleistung bedankt. Ob Löbe aber von der Manipulation wusste, konnte Hoyzer nicht sagen.

Die zweite Anlaufzeit beim SC Paderborn war mehr oder weniger kurios, denn eigentlich wollte Löbe seine Fußballschuhe so langsam an den Nagel hängen und die  Karriere beim Verbandsliga Aufsteiger SpVg. Radevormwald ausklingen lassen. Doch irgendwie kam es anders, bereits nach zwei Wochen wurde vermeldet, dass Löbe Radevormwald den Rücken kehren wird und ein erneutes Engagement bei den Ostwestfalen antreten darf – Paderborn hatte in der Saison mit zahlreichen Verletzten in der Offensivabteilung zu kämpfen und sah in seiner Person eine Notlösung.

In seiner letzten Saison überzeugte Löbe, dessen Stärke zwar nicht mehr das schnelle Laufen war, und schoss immerhin in 26 Spielen 7 Toren. Gerade in der Rückrunde drehte er auf und markierte im Spätherbst seiner Karriere beim 3:2 Sieg gegen SC Freiburg zur Verwunderung aller im Stadion Anwesenden einen Dreierpack, nachdem er in 22 Ligaspiele ohne jegliches Törchen blieb.

Neben seiner Zeit als Profi soll Löbe laut dem Kicker parallel auch ein Studium angefangen haben:

Nebenher studiert er im fünften Semester „International Management“ an einer Privat-Uni mit Sitz in Essen. Mit dem Bachelor-Abschluss will er „für später“ gerüstet sein, „irgendeine Kombination aus Fußball und Management“, könnte er sich vorstellen.