SC Paderborn schnappt zu und holt sich fünf Neue

Posted on 1. September 2010 von

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Eine riesige Überraschung erwartete die Fans vom SC Paderborn gestern auf der Vereins-Homepage: Nicht ein Neuzugang; nicht zwei, nicht drei Neuzugänge – nein gleich fünf an der Zahl wurden vermeldet. War die Kritik bis dato an Schubert, dem Präsidium und der Personalpolitik immer lauter geworden – insbesondere nach drei Niederlagen in den ersten Pflichtspielen, sollten jetzt die letzten Kritiker – dazu gehöre ich ebenfalls – ihren Ton ein wenig herunterschrauben. Dabei blieb Schubert seiner Linie treu. Ohne viel Trara, ohne den Medien Futter für Spekulationen zu geben, fädelte er die Verträge ein. An dieser Stelle möchte ich die fünf neuen Spieler, die fast alle für ein Jahr ausgeliehen werden, gerne einmal vorstellen.

Edmond Kapllani: Der albanische Nationalspieler, der vom FC Augsburg kommt, dürfte so etwas wie der Saglik-Ersatz werden. Seine erfolgreichste Zeit hatte der Albaner 2006/07 beim Karlsruher SC. Zusammen mit Giovanni Federico bildete er ein kongeniales Duo, erzielte 17 Tore und war somit maßgeblich am Aufstieg seiner Truppe beteiligt. Auf seine Erfahrung kann man bauen. Die jüngeren Spieler können sicherlich noch die eine oder andere Spur Abgeklärtheit von ihm lernen. Man darf gespannt bleiben, wie Kapllani mit Gaetano Manno harmonieren wird, der nach seinem Kreuzbandriss im Januar sich so langsam fit zeigt und auch so etwas wie eine Neuverpflichtung ist. Kapllani wurde von Schubert für eine Saison ausgeliehen. Sollte Kapllani sich die Form von vier Jahren aneignen, wäre er der As im Ärmel in Paderborns Sturm. Zusätzlich hat Kapllani in Augsburg noch einen Vertrag bis Juni 2011. Nur bei einem Aufstieg wird dieser verlängert. Sollte Kapllani bei Paderborn überzeugen und Augsburg nicht aufsteigen, könnte man diesen ohne Ablöse weiter an sich binden.

Jukka Raitala: Raitala kommt vom 1899 Hoffenheim, ist finnischer Nationalspieler und wird als Linksverteidiger geführt. Raitala soll vor seinem Wechsel nach Deutschland heiß gehandelt worden sein. So zeigten neben dem FC Köln auch international angesehene Clubs wie AEK Athen, Ajax Amsterdam, FC Middlesbrough, Newcastle United und Udinese Calcio Interesse an seiner Person. Raitala dürfte wie Kapllani gesetzt sein und die Position, die in der letzten Saison Schachten spielte (LV), einnehmen.

Dragan Georgiev: Der 19-jährige Mazedonier gilt als Talent und steht vor dem Sprung in das A-Team seines Heimatlandes. Manager Christian Heidel von Mainz 05 lobte die Arbeit von Schubert und hieß das Leihgeschäft um den Mittelfeldspieler gut: „Dragan Georgiev hat die Anlagen sich im Profifußball durchzusetzen. Bei uns hätte er in dieser Saison aufgrund der starken Konkurrenz in der Offensive aber kaum Chancen auf Einsätze gehabt. Deshalb haben wir frühzeitig ein Leihgeschäft mit einem fußballerisch ambitionierten Klub ins Auge gefasst. Diesen Klub haben wir nun im SC Paderborn gefunden, deren Trainer André Schubert sehr erfahren ist in der Arbeit mit jungen Spielern. Bei ihm kann Georgiev Spielpraxis sammeln und den nächsten Entwicklungsschritt machen.“ Schubert sagte außerdem im Interview, dass Georgiev unter sehr günstigen Konditionen komme.

Berkan Afsarli: U19-Nationalspieler, kommt von VfB Stuttgart II, ist Perspektivspieler und soll erst einmal in der in der U23 Spielpraxis sammeln. Rentabel für den Paderborn, da Afsarlis Leihe nichts kostet.

Selcuk Alibaz: Alibaz vom Verein Eskisehirspor Kulübü absolvierte bereits ein Probetraining bei den Ostwestfalen. Genau wie Vertragsamateur Afsarli wird der türkische U 23-Auswahlkicker Alibaz Erfahrung in der zweiten Mannschaft sammeln können.

Schubert wertete seine Aktivitäten auf dem letzten Drücker positiv und erklärte: „Es ist uns gelungen, mit diesen Verpflichtungen den Kader deutlich aufzuwerten. Dadurch steigen unsere Chancen auf den angestrebten Klassenerhalt in der 2. Liga.“ Auch Präsident Wilfried Finke zeigte sich überzeugt von den Neuzugängen und dankte den (unbekannten) Sponsoren, die diese Abwicklungen erst möglich machten: „Diese Aktion ist außergewöhnlich und verdient eine große Wertschätzung auch in der Öffentlichkeit.“ Bei einer Sponsorensitzung am Montag, die Ehrenpräsident Bernhard Temming einberief, wurde externe Gelder freigegeben. Auch hier arbeiteten die Verantwortlichen im Verborgenen. Gerrit Meinke, Leiter der Finanzen und des Controlling beim SCP, fasste zusammen, was viele immer wieder im Netz ohne BWL-Studium verkündeten: Ein Abstieg würde uns mehr treffen als alles andere, und jetzt ist die Wahrscheinlichkeit des Nicht-Abstiegs deutlich gestiegen. Diese externe Finanzierung belastet unseren Etat nicht, wir bleiben unserem Sparziel treu.“

Kapllani, Raitala und Georgiev sind noch auf Länderspielreisen und stoßen erst nächste Woche Donnerstag zum Team dazu.

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