Petar Radenković: „Bin i Radi, bin i König“

Posted on 29. Juli 2010 von

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Petar „Radi“ Radenkovićs Geschichte hört sich wie ein Märchen an und wäre in der heutigen Zeit undenkbar. 1960 verließ der Torwart nach seiner Militärzeit Jugoslawien und wollte sich in Deutschland empfehlen. Bei TSV 1860 München durfte er anfangs bei den Alten Herren kicken, konnte sich jedoch schließlich für die Bundesliga vorschlagen. Mit den Löwen wurde er 1964 DFB-Pokalsieger, 1966 Deutscher Meister und nahm 1965 am Europapokal der Pokalsieger-Endspiel gegen West Ham teil. Radi kann man in München nicht vergessen. Neben seinen exzentrischen Dribblings, trat er neben dem Platz die Nachfolge seines Vaters an, der Folkloresänger war. 1965 veröffentlichte Radi den Song „Bin I Radi, bin I König“, der insgesamt ca. 400.000 Mal über die Ladentische ging und noch heute ein Hit auf den Wiesn ist: „Steh i so im Tor, kommt mir manchmal vor, Leute nehmen Spiel zu ernst, haben nicht Humor. […] Manchmal schimpft sogar eigene Spielerschar, wenn i hab zu viel riskiert und nur komisch war. Das macht mir nicht viel. Spiel ist für mich Spiel!“ Genießt es!

Radi wurde übrigens 1969 für drei Spiele gesperrt, weil er Schiedsrichter Horstmann beschuldigte, dass er besoffen ein Spiel gepfiffen haben soll. Radi in einem Interview dazu:

„Wir hatten gehört, dass er vor dem Spiel bis tief in die Nacht an der Hotelbar gefeiert hatte. Und im Spiel hat er innerhalb kürzester Zeit einen unberechtigten Elfmeter gegen uns gegeben und dann einen klaren Strafstoß für uns nicht. Da lag diese Vermutung nahe.“

Eine weitere Anekdote: Bevor Trainer Max Merkel ihm einen Vertrag vorlegen wollte, erwiderte Radi:

„Zuerst zeige ich ihnen, was ich kann. Dann wollen wir darüber reden, was ich verdienen kann.“

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