SC Paderborn 07 – Widzew Łódź 0:0

Posted on 28. Juli 2010 von

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Mit Widzew Lodz erwartete der SC Paderborn „Am Waldschlösschen“ in Lippstadt einen niveauvollen Gegner, der dazu beitragen konnte von einem echten Härtetest sprechen zu können. Schließlich besiegte der polnische Erstligist in Testspielen davor die Ligakonkurrenten FSV Frankfurt (3:2) und MSV Duisburg (2:0). Das Freundschaftsspiel gegen den vierfachen polnischen Meister konnte von daher so ungefähr über den Status quo der Form etwas aussagen. Insbesondere da man in zehn Tagen gegen FSV Frankfurt im DFB-Pokalfinale antreten muss und man vergleichen konnte, wie man sich gegen die Truppe aus Osteuropa behaupten würde. Herausgekommen ist ein torloses Unentschieden, was sicherlich höher bewertet werden kann als die Niederlage vom FSV eben gegen Lodz.

In der ersten Viertelstunde der Partie gelang beiden Mannschaften wenig nach vorne. Lodz behauptete den Ball zwar und hatte einen höheren Ballbesitz, konnte sich jedoch nicht vom Pressing der Paderborner befreien und kam nur selten über die Mittellinie. Der SCP versuchte viel über die linke Seite und Daniel Brückner, der wie schon in der letzten Saison sehr spielfreudig wirkte, jedoch dies Mal nicht wirklich brauchbare Aktionen setzen konnte. Nach 25 Minuten gab Lodz den ersten Torschuss des Spiels ab, der jedoch alles andere als gefährlich war. In der 38. Minute profitieren die Polen von einem Fehler des Kapitäns Markus Krösche, der den Ball im Mittelfeld vertändelte, und konnten die zweite Chance verbuchen, die weitaus bedrohlicher war als die erste. Von Paderborns Offensiv-Abteilung war nur wenig zu sehen. Die Fußballer aus Lodz standen gut und die zündelnden Ideen fehlten bei Paderborn. Ständig wurde nach einer Abnahmestation gesucht, die unpräzisen Flanken halfen jedoch keineswegs eine zu finden. Interessant war die Aufstellung von Andre Schubert, die er sich für das Match auserkoren hatte. Während die Abwehr aus einer Viererkette bestand (Strohdiek, Mohr, Gonther, Wachsmuth) war es die meiste Zeit unklar, wer denn den eigentlichen Stürmer der Ostwestfalen darstellte. Brückner kam wie gewohnt über links, Daghfous, der sich bei einem Zweikampf eine Wunde am Kopf zuzog, über die rechte Außenbahn. Palionis und Krösche bildeten eine ungewohnte Doppelsechs. Alushi war standesgemäß in seiner 10er Position zu finden. Die einzige ersichtliche (!) Spitze war Klotz, der kaum gegen die physisch starken polnischen Verteidiger etwas entgegen setzen konnte. Das Tempo des Spiels war insgesamt auf hohem Niveau.

Die zweite Hälfte versprach attraktiver zu werden. Endlich wurde mehr vom SCP kombiniert und in der 52. Minute konnte Klotz nach einem guten Zusammenspiel das gegnerische Tor anvisieren. Sein Schuss war jedoch zu schwach, um den Torwart der Polen (Bartosz Kaniecki) in Bedrängnis bringen zu können. Im weiteren Verlauf ging es Schlag auf Schlag. Plötzlich hatte Paderborn das Zepter in die Hand genommen und es roch nach einer Führung. In der 53. Minute versuchte Alushi einen Freistoß aus aussichtsreicher Position über die Mauer der Polen zu heben, dieser wurde allerdings abgefälscht. Folglich segelte in der 54. Minute ein Eckball von Brückner in den Strafraum hinein, den sich niemand zu Vorteil schaffen konnte bis auf Strohdieck, der den verpassten Ball verarbeitete. Seine Torchance war bisher die beste im kompletten Spiel, allerdings war auch hier wieder der Ball mit zu wenig „Schmackes“ geschossen. Im weiteren Verlauf prüfte Wachsmuth den Torwart in der 60. In der 61. konnte Bartosz Kaniecki eine Flanke von Brückner nicht entschärften und hatte sichtlich Probleme diese noch abzuwehren. Man hatte das Gefühl, dass den Polen, die ein Trainingslager in Deutschland absolvierten, langsam aber sicher die Puste ausgehen würde. Der eingewechselte Heithölter konnte bei einem weiteren Freistoß, den er flach abschloss, den polnischen Tormann fast bezwingen, dieser erneut mit großen Problemen – erst im Nachfassen bereinigte er die Situation. Gegen Ende (84. Minute) zeigte der ebenfalls neu ins Spiel gekommene Brandy eine artistische Einlage. Wenn der Fallrückzieher geglückt wäre, wäre er sicherlich ein Kandidat für das Tor des Monats.

Der beste Spieler auf Seiten der Paderborner war sicherlich Florian Mohr. Er lieferte eine besonders gute, fehlerfreie Arbeit in der Defensive ab und war der Sicherheitsfaktor in der Hintermannschaft. Auch Palionis überzeugte in der ersten Halbzeit mit seiner Zweikampfstärke. Markus Krösche hingegen verlor einfach zu viele Bälle und schadete teilweise seiner Mannschaft enorm. Des Weiteren forderte Alushi im offensiven Mittelfeld zu wenige Bälle und blieb hinter den Erwartungen zurück.

Die Frage, die ich in meinem Paderborn-Kommentar versucht habe zu erläutern, bleibt weiterhin ungeklärt. Wie kann Schubert ohne einen nominellen Stürmer in die Saison gehen, der a) in der zweiten Liga erprobt und b) auch tauglich ist? Von Testspieler Mosquera hatte man leider nur sehr wenig gesehen, ob er Mahir Saglik ersetzen kann – wohl kaum.

Aufstellung:

SC Paderborn

Masuch, Strohdiek (76. Schmik), Mohr, Gonther, Wachsmuth (62. Heithölter), Brückner, Palionis, Krösche (72. Jevric), Klotz (56. Guié-Mien), Alushi (82. Mosquera), Daghfous (56. Brandy)

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