Darum darf Magath investieren

Posted on 18. Juli 2010 von

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Magath darf investieren. Wenn man die vergangenen Bundesliga-Meldungen beobachtete, ist man nicht herumgekommen, über diese Zeilen zu stolpern. Vorausgegangen war eine Diskussion um das liebe Geld. Schalkes Trainer Felix Magath forderte vom Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies mehr als die gestellten 10 Millionen Euro für die kommende Saison (genauer genommen 30 Millionen), um den Kader weiter zu verstärken. Und Magaths Wünsche wurden erfüllt: 25 Millionen stehen im Raum, falls weitere Spieler abgegeben werden eventuell sogar die geforderten 30. Beide haben sich zusammengesetzt und Magath scheinbar schlagfertige Argumente ausgepackt, denn Tönnies wollte eigentlich den Schuldenberg von einer Viertelmilliarde Euro weiter abbauen.

In einem Interview mit der Welt erklärt Magath nun, wie es erdenklich sei, dass Schalke so in der Kreide stehe und dennoch eine nicht gerade bescheidene Summe von 25-30 Millionen für Transfers aufbieten kann. Magath hoffe, dass er mit den gegebenen, finanziellen Mitteln wieder in der kommenden Saison unter die ersten Fünf in der Bundesliga komme, um auch erneut die begehrten Champions League-Plätze anzupeilen. Andersherum und ohne das gestellte Geld sehe Magath auch keine Chance den Erfolg aus der letzten Saison bestätigen zu können und Fans und Vorstand hätten sich dann mit nichts anderem wie einem Mittelfeldplatz in der Bundesliga zufrieden stellen müssen.

Auf die Frage, ob es überhaupt bei 250 Millionen Euro Gesamtverbindlichkeiten möglich sei, ein Risiko dieser Art zu erhöhen, fasste Magath zusammen:

„Die wirtschaftliche Situation war im vergangenen Sommer viel schlimmer. Und auch damals sollten – der Konsolidierung wegen – Spieler verkauft werden. Ich habe eine andere Strategie für notwendig erachtet und gefordert, mit einem hohen Gehaltsrahmen die Saison bestreiten zu können. Es hat sich als völlig richtig erwiesen, dass wir eben keine sportliche Substanz veräußert haben. Dadurch hatten wir Erfolg und haben so mehr als 30 Millionen Euro über Plan eingenommen. Das war genau der richtige Weg. Jetzt sind wir in einer besseren Situation als vor einem Jahr. Gerade deshalb müssen wir, nachdem wir durch die Abgänge von Kevin Kuranyi und Marcelo Bordon sportliche Substanz verloren haben, in die Mannschaft investieren. Wir können nicht jedes Jahr unseren Kader mit Amateur- und Jugendspielern auffüllen. Es wäre fatal, wenn wir unsere gute Ausgangsposition durch ausbleibende Investitionen gefährden würden […] Das Gehaltsvolumen wurde von mir in der vergangenen Saison bereits um über 30 Prozent reduziert. Das Risiko, das wir im Hinblick auf die kommende Saison eingehen, ist also wesentlich geringer als das, was wir vor einem Jahr eingegangen sind.“

Weiterhin arbeite Magath auf das große Ziel zu: Schalke bis 2013 die erste Meisterschaft seit 1958  zu bescheren.

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