Karl Messerli und der Nordkoreanische Fußball

Posted on 16. Juli 2010 von

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Karl Messerli spielte einst für den FC Basel, den Grasshopper Club Zürich und den FC St. Gallen. Heute verdient er sein Geld mit Plüschtieren, die wenig mit seinem ehemaligen Beruf gemein haben. Trotzdem widmet sich Messerli immer noch dem Fußball und ist nebenbei als Spielervermittler tätig. Mit seiner Firma „Football of Korea“ besitzt er die internationalen Transferrechte an nordkoreanischen Nationalspielern und versucht diese nach Europa zu vermitteln.

Seit 15 Jahren pflegt Messerli bereits Geschäftsbeziehungen zu Nordkorea, seine Kuschelobjekte werden zum Teil auch dort produziert. Der Unternehmer erklärt folgendermaßen, wie er zur Idee kam, nordkoreanische Spieler zu beraten: „Als ich mich mit dem Fußball in Nordkorea beschäftigte, habe ich erkannt, dass es dort ein riesiges Potenzial gibt. Fußball ist in Nordkorea die absolute Sportart Nummer eins.“ Doch der Weg diese Überlegungen überhaupt erst umzusetzen, erwies sich als schwierig und er musste „harte Überzeugungsarbeit“ leisten, um die Parteifunktionäre Nordkoreas für sich zu gewinnen.

„Ich habe versucht, den zuständigen Leuten klarzumachen, dass der Fußball in Nordkorea nur weiterkommt, wenn die besten Spieler in Europa Erfahrungen sammeln können und sich mit anderen messen. Die Spieler haben eine Topausbildung. Aber es wird Inzucht betrieben, wenn man so will. Die Brasilianer wären auch nicht so gut, würden sie nicht in Europa spielen. Hier haben sie sich taktisch weiterentwickelt. Und das haben schließlich die Verantwortlichen in Nordkorea auch erkannt“, erläutert er. Erträge nimmt Messerli erst ein, wenn die Spieler für eine Ablösesumme wechseln. Die Wechsel von Nordkorea nach Europa verlaufen ohne Geldfluss, da die Fußballer ablösefrei kommen. Erst wenn diese danach weiterwechseln, verdient Messerli mit.

Messerli hält das Projekt für interessant und verspricht Vereinen, die mit kleineren Brötchen backen: „Spieler aus Nordkorea sind eine gute Alternative. Qualität ist nicht nur in der Nationalmannschaft vorhanden, sondern auch im Nachwuchsbereich.“

Überhaupt spricht Messerli positiv, wenn es um das Land von Diktator Kim Jong-Il geht. Die Menschen seien dort herzlich. Ob er Gewissensbisse habe, in dem totalitären Staat Geschäfte zu betreiben? Negativ! Viel mehr glaube er, dass der Sport zur Öffnung des Landes beitragen kann ähnlich wie in China: „Fußball verbindet. Er baut Brücken. Die Politiker rennen sich fest, bekommen sich in die Haare. Der Sport hat bereits in der Vergangenheit verhärtete Fronten aufgebrochen.“

Messerlis Aussagen sind zitiert und stammen aus Interviews mit der Augsburger Allgemeinen und der Zeit.

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